MPU-Lexikon

71 Fachbegriffe verständlich erklärt

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A

Abstinenz

Der bewusste, vollständige Verzicht auf Alkohol oder andere Substanzen. In der MPU ist Abstinenz häufig der zentrale Nachweis für eine echte Verhaltensänderung – bei einer Alkoholabhängigkeit werden meist mindestens zwölf zusammenhängende, belegte Monate erwartet.

Abstinenznachweis

Der objektive Beleg, dass tatsächlich keine Substanz konsumiert wurde. Erbracht wird er über Laborwerte (z. B. CDT, γ-GT, MCV), eine Haaranalyse auf EtG, ärztliche Bescheinigungen oder ein anerkanntes Abstinenzkontrollprogramm.

Alkoholabhängigkeit (F10.2)

Alkohol

Medizinische Diagnose nach ICD-10. Sie gilt als gesichert, wenn innerhalb eines Jahres mindestens drei von sechs Kriterien gleichzeitig zutrafen: starkes Verlangen, Kontrollverlust, Entzugserscheinungen, Toleranzsteigerung, Vernachlässigung anderer Interessen und fortgesetzter Konsum trotz erkennbarer Schäden.

Ambivalenz

Das gleichzeitige Nebeneinander widersprüchlicher Gefühle gegenüber einer Veränderung – der Wunsch aufzuhören und die Sehnsucht nach dem alten Verhalten. Ambivalenz offen zu benennen wirkt in der MPU glaubwürdiger als sie zu verschweigen.

Amotivationales Syndrom

Drogen

Ein bei langanhaltendem Cannabis-Konsum beobachtetes Zustandsbild aus Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit und nachlassendem Interesse. Nach längerer Abstinenz bildet es sich in der Regel ganz oder teilweise zurück.

Anhalteweg

Die gesamte Strecke vom ersten Erkennen einer Gefahr bis zum völligen Stillstand des Fahrzeugs – zusammengesetzt aus Reaktionsweg und Bremsweg. Bei Tempo 100 sind das rund 78 Meter, deutlich mehr als viele einschätzen.

Anlasstat

Das konkrete Ereignis, das die MPU ausgelöst hat – etwa eine Trunkenheitsfahrt, ein Unfall oder eine Straftat im Straßenverkehr. Sie steht im Gespräch im Mittelpunkt und wird gemeinsam mit dem Gutachter genau aufgearbeitet.

B

BAK (Blutalkoholkonzentration)

Alkohol

Der Alkoholgehalt im Blut, angegeben in Promille (‰). Ab 0,5 ‰ liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, ab 1,6 ‰ gilt man als absolut fahruntüchtig. Der Körper baut pro Stunde nur etwa 0,10–0,15 ‰ ab.

BASt (Bundesanstalt für Straßenwesen)

Die Bundesbehörde, die die Qualitätsanforderungen an Begutachtungsstellen und Gutachter festlegt und kontrolliert. Von ihr stammen auch die verbindlichen Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung.

Begutachtungsleitlinien

Das offizielle Regelwerk der BASt. Es beschreibt, bei welchen Befunden – etwa Promillewert, Diagnose oder Punktestand – die Fahreignung angenommen oder verneint werden darf, und sorgt so für einheitliche Maßstäbe.

Begutachtungsstelle (BfF)

Die amtlich anerkannte Stelle, die die MPU durchführt und das Gutachten erstellt (bekannte Anbieter sind z. B. TÜV, DEKRA oder PIMA). Sie bewertet nur die Fahreignung – die rechtliche Entscheidung trifft allein die Behörde.

C

Cannabis

Drogen

Eine psychoaktive Substanz aus der Hanfpflanze mit dem Hauptwirkstoff THC. Seit 2024 ist der private Konsum in Deutschland unter Auflagen erlaubt – im Straßenverkehr gilt jedoch weiterhin ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum.

CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin)

Alkohol

Ein Blutwert, der regelmäßig hohen Alkoholkonsum anzeigt. Er steigt, wenn über mehrere Wochen mehr als etwa 60 g Alkohol täglich getrunken werden, und normalisiert sich nach rund vier bis sechs Wochen Abstinenz. Als unauffällig gilt ein Wert unter 1,7 %.

Craving

Ein starkes, oft überfallartiges Verlangen nach der Substanz. Es wird durch erlernte Auslöser wie bestimmte Orte, Gerüche oder Gefühle in Gang gesetzt und ist neurobiologisch erklärbar – also kein Zeichen von Willensschwäche, sondern ein normaler Teil des Prozesses.

D

Decisional Balance (Entscheidungswaage)

Eine Methode aus der Gesprächspsychologie, bei der die kurzfristigen Vorteile eines Verhaltens den langfristigen Kosten gegenübergestellt werden. Sie macht sichtbar, warum sich eine Veränderung tatsächlich lohnt.

Delikt

Eine rechtlich bedeutsame Handlung, die zur MPU geführt hat. Unterschieden wird zwischen bloßen Ordnungswidrigkeiten (OWi) und den schwerer wiegenden Straftaten.

Deliktanalyse

Das Herzstück des MPU-Gesprächs: die ehrliche und gründliche Auseinandersetzung mit der Anlasstat – wie es dazu kam, welche Ursachen dahinterstanden und welche Verantwortung man selbst trägt. Der Gutachter achtet auf Tiefe und Aufrichtigkeit.

Denkfallen (kognitive Verzerrungen)

Automatische Gedanken, die einen Rückfall wahrscheinlicher machen – etwa „Einmal ist keinmal" oder „Ich habe das jetzt im Griff". Sie zu erkennen und bewusst zu hinterfragen ist ein wichtiger Schritt der Vorbereitung.

Dopaminsystem

Das Belohnungssystem des Gehirns. Alkohol und Drogen aktivieren es um ein Vielfaches stärker als natürliche Reize – das erklärt, warum sich eine Abhängigkeit entwickeln kann und weshalb der Verzicht anfangs so schwerfällt.

Drei-Ebenen-Modell

Ein Ordnungsrahmen für die Ursachensuche: langfristige Prägungen (Herkunft, Biografie), mittelfristige Umstände (Lebenssituation, Belastungen) und der kurzfristige Auslöser im konkreten Moment. Es strukturiert die Deliktanalyse.

E

Einsicht

Im MPU-Kontext das echte Verstehen, warum das eigene Verhalten problematisch war – deutlich mehr als bloßes Bedauern. Zu einer tragfähigen Einsicht gehören das Verständnis der Ursachen, Mitgefühl für Betroffene und eine konkrete Veränderung.

Empathie

Die Fähigkeit, sich in die Lage und die Gefühle anderer hineinzuversetzen. Gerade nach Straftaten ist sie ein wichtiger Prüfpunkt: Der Gutachter möchte erkennen, dass die Sichtweise möglicher Geschädigter wirklich verstanden wurde.

Entzug (Alkohol)

Alkohol

Die körperliche Reaktion auf das Absetzen von Alkohol bei bestehender Abhängigkeit. Typisch sind Zittern, Schwitzen und Schlafstörungen, in schweren Fällen ein Delir. Ein Entzug sollte deshalb ärztlich begleitet werden.

EtG (Ethylglucuronid)

Alkohol

Ein direktes Abbauprodukt von Alkohol, das sich in Urin und Haar nachweisen lässt. Im Urin ist es noch drei bis fünf Tage nachweisbar; in der Haaranalyse gilt ein Wert unter 7 pg/mg als Beleg für Abstinenz, über 30 pg/mg spricht für regelmäßigen Konsum.

F

F10.1 (ICD-10)

Alkohol

Die Diagnose „schädlicher Gebrauch von Alkohol": Der Konsum verursacht bereits körperliche oder seelische Schäden, erfüllt aber noch nicht die Kriterien einer Abhängigkeit.

F10.2 (ICD-10)

Alkohol

Die Diagnose Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 – sie liegt vor, wenn im letzten Jahr mindestens drei von sechs Abhängigkeitskriterien gleichzeitig zutrafen.

F12.x (ICD-10)

Drogen

Die ICD-10-Schlüssel für cannabisbezogene Störungen: F12.1 steht für schädlichen Gebrauch, F12.2 für Abhängigkeit. Die Kriterien entsprechen denen bei Alkohol (F10).

Fahreignung

Die Eignung, ein Fahrzeug sicher zu führen. Sie hängt von körperlichen, geistigen und charakterlichen Voraussetzungen ab. Bestehen begründete Zweifel daran, wird eine MPU angeordnet.

Fahrerlaubnisbehörde

Die zuständige kommunale Stelle (Führerscheinstelle beim Straßenverkehrsamt). Sie ordnet die MPU an und erteilt oder verweigert am Ende die Fahrerlaubnis – auf Grundlage des Gutachtens.

FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung)

Die bundesweite Verordnung, die die Anforderungen an die Fahreignung regelt. Für die MPU sind vor allem § 11 (allgemeine Eignung), § 13 (Alkohol) und § 14 (Betäubungsmittel) maßgeblich.

Frühwarnzeichen

Die persönlichen Anzeichen, die einem drohenden Rückfall vorausgehen – etwa zunehmende Gereiztheit, Rückzug von anderen oder wiederkehrende Gedankenmuster. Sie früh zu bemerken ist der Kern jeder Rückfallvorsorge.

G

GOT/GPT (Transaminasen)

Alkohol

Leberenzyme, die bei alkohol- oder drogenbedingten Leberschäden erhöht sein können. Sie gehören zum Blutbild der Alkohol-MPU und geben Hinweise auf die Belastung der Leber.

Gutachten (MPU)

Die schriftliche Beurteilung der Fahreignung nach der Untersuchung. Die möglichen Ergebnisse lauten „geeignet", „derzeit nicht geeignet" oder „nicht geeignet" – es bildet die Grundlage für die Entscheidung der Behörde.

Gutachter (MPU)

Die Psychologin oder der Arzt der Begutachtungsstelle, die das Gespräch führen und das Gutachten verfassen. Sie sind keine Richter: Gesucht wird keine „Beichte", sondern eine nachvollziehbare, glaubhafte Veränderung.

H

Haaranalyse

Ein Laborverfahren, das EtG (Alkohol) oder THC-COOH (Cannabis) im Haar nachweist. Da Haar etwa einen Zentimeter pro Monat wächst, deckt eine 6-cm-Strähne rund ein halbes Jahr ab – ein wichtiger Baustein des Abstinenznachweises.

HALT (Rückfallauslöser)

Eine Merkhilfe für vier Zustände, in denen Rückfälle besonders wahrscheinlich sind: Hungry (hungrig/erschöpft), Angry (wütend), Lonely (einsam) und Tired (müde). Wer sie an sich bemerkt, sollte besonders achtsam sein.

I

ICD-10

Die internationale Klassifikation der Krankheiten in ihrer 10. Fassung. Gutachter nutzen sie, um Alkohol- (F10) und weitere Substanzstörungen (F11–F19) einheitlich einzuordnen.

Idiotentest

Der umgangssprachliche Spitzname für die MPU – irreführend und abwertend. Tatsächlich geht es nicht um Intelligenz, sondern um eine sachliche Prüfung der Fahreignung und der eigenen Verhaltensänderung.

Impulskontrolle

Die Fähigkeit, spontane Handlungsdränge zu bremsen. Alkohol, Drogen, Stress und Schlafmangel schwächen sie – deshalb ist sie sowohl für die Fahreignung als auch in der Straftaten-MPU ein wichtiges Thema.

K

Konditionierter Reiz

Ein Auslöser – ein Ort, ein Geruch, eine Person oder Situation –, der früher regelmäßig mit dem Konsum verbunden war und deshalb heute automatisch Verlangen weckt.

Kontrolliertes Trinken

Alkohol

Das Ziel, den Konsum bewusst zu begrenzen, statt ganz zu verzichten. In der Alkohol-MPU wird dieser Weg streng geprüft und nur bei nicht abhängigem Konsum akzeptiert – Voraussetzung ist ein lückenloses Trinkprotokoll über mehrere Monate.

Kontrollillusion

Der trügerische Eindruck, trotz Alkohol oder Drogen noch sicher fahren zu können. Er entsteht, weil die Substanz zuerst genau die Fähigkeit trübt, mit der man sich selbst einschätzt.

L

Leistungstests (MPU)

Der computergestützte Teil der Untersuchung. Geprüft werden Reaktionsgeschwindigkeit, Konzentration, Belastbarkeit und Koordination – Fähigkeiten, die sich durch gezieltes Üben spürbar verbessern lassen.

M

MCV (Mittleres Erythrozytenvolumen)

Alkohol

Ein Blutwert, der die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen angibt. Bei langanhaltendem Alkoholmissbrauch ist er erhöht (Normbereich 82–98 fl) und sinkt erst nach drei bis vier Monaten Abstinenz wieder.

Mischkonsum

Der gleichzeitige oder abwechselnde Gebrauch mehrerer Substanzen, etwa Alkohol und Cannabis. Er erhöht die Risiken und stellt in der MPU besondere Anforderungen an die Aufarbeitung.

Motivierende Gesprächsführung

Ein anerkannter Beratungsansatz, der die eigene Veränderungsbereitschaft stärkt, statt Druck aufzubauen. Zentral sind Verständnis zeigen, Widersprüche behutsam aufgreifen und das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten fördern.

MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)

Das Verfahren zur Überprüfung der Fahreignung. Es besteht aus einer ärztlichen Untersuchung, einem Leistungstest und einem psychologischen Gespräch und wird von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet.

N

Nachschulung / Aufbauseminar

Ein gesetzlich vorgesehener Kurs (z. B. nach § 70 FeV), der bei bestimmten Auffälligkeiten angeordnet werden kann. Er dient dazu, das eigene Verhalten zu reflektieren, und kann Teil des Wegs zurück zur Fahrerlaubnis sein.

Neuerteilung der Fahrerlaubnis

Nach einem Entzug wird der Führerschein nicht automatisch zurückgegeben – er muss neu beantragt werden. Häufig ist das mit einer MPU und manchmal mit einer erneuten Prüfung verbunden; die Sperrfrist muss abgelaufen sein.

P

Performte Reue

Ein nur nach außen gezeigtes, auswendig gelerntes Bedauern ohne echtes Verständnis. Gutachter erkennen den Unterschied zu wirklicher Einsicht meist schnell, weil solche Antworten bei genauerem Nachfragen ins Wanken geraten.

Prochaska-Modell

Ein Stufenmodell der Verhaltensänderung: von der Absichtslosigkeit über das Nachdenken und die Vorbereitung bis zur Umsetzung und dauerhaften Aufrechterhaltung. In der MPU sollte man erkennbar in den letzten Stufen angekommen sein.

Präfrontaler Kortex

Der Bereich des Gehirns, der für Impulskontrolle, Entscheidungen und Selbsteinschätzung zuständig ist. Alkohol beeinträchtigt ihn zuerst und am stärksten – das erklärt die Kontrollillusion.

Punktesystem (Flensburg)

Das Fahreignungs-Bewertungssystem beim Kraftfahrt-Bundesamt. Verkehrsverstöße werden mit ein bis drei Punkten bewertet; wer acht Punkte erreicht, verliert die Fahrerlaubnis – die Neuerteilung ist dann an eine MPU geknüpft.

R

Reaktionszeit

Die Zeitspanne zwischen dem Wahrnehmen eines Reizes und dem Beginn der Reaktion, im Schnitt 0,8 bis 1,0 Sekunden. Alkohol, Drogen und Müdigkeit verlängern sie deutlich – mit direkten Folgen für den Anhalteweg.

Rückfall

Der erneute Konsum nach einer Phase der Abstinenz. Er bedeutet nicht zwangsläufig das Scheitern der Veränderung – entscheidend ist, wie offen und konsequent man damit umgeht, statt ihn zu beschönigen.

Rückfallvermeidungsplan

Ein persönlicher Notfallplan mit konkreten Strategien für Risikosituationen, Ansprechpartnern, Frühwarnzeichen und ersten Schritten bei aufkommendem Verlangen. Er ist ein überzeugender Bestandteil der MPU-Vorbereitung.

S

Selbstwirksamkeit

Das Vertrauen darin, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. In der Suchtforschung gilt es als starker Schutzfaktor: Wer sich das zutraut, hält Versuchungen häufiger stand.

Sperrfrist

Der vom Gericht festgelegte Zeitraum, in dem kein Antrag auf Neuerteilung gestellt werden darf. Je nach Delikt reicht er von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren.

T

THC (Tetrahydrocannabinol)

Drogen

Der psychoaktive Hauptwirkstoff von Cannabis. Er löst den Rausch aus und beeinträchtigt Wahrnehmung und Reaktionsvermögen. Ab 3,5 ng/ml im Blutserum ist das Fahren seit 2024 als Ordnungswidrigkeit einzustufen.

THC-COOH

Drogen

Ein Abbauprodukt von THC. Weil es fettlöslich ist und sich im Körperfett einlagert, bleibt es bei gelegentlichem Konsum ein bis drei Tage, bei regelmäßigem Konsum über 30 Tage im Urin nachweisbar.

Toleranz

Die Gewöhnung des Körpers an eine Substanz: Für dieselbe Wirkung wird nach und nach eine größere Menge nötig. Sie zählt zu den Kriterien einer Abhängigkeit.

Trennungsfähigkeit

Drogen

Die Fähigkeit, Konsum und Fahren zuverlässig auseinanderzuhalten. Bei Cannabis ist sie ein zentrales MPU-Thema: Wer glaubhaft trennt, kann als bedingt geeignet gelten – meist weiterhin mit Nachweispflicht.

Trigger

Innere (Gefühle, Gedanken) oder äußere (Orte, Personen, Situationen) Auslöser von Verlangen. Die eigenen Trigger zu kennen ist die Grundlage einer wirksamen Rückfallvorsorge.

V

Verhaltensänderung

In der MPU der Nachweis, dass sich das Verhalten wirklich und dauerhaft gewandelt hat – über den bloßen Vorsatz hinaus. Sie muss konkret, langfristig und in der eigenen Lebensgeschichte verankert sein, nicht nur ein Verzicht „für die Prüfung".

Verkehrspsychologische Beratung

Eine freiwillige oder angeordnete Beratung (z. B. nach § 4a StVG) durch anerkannte Fachleute. Sie hilft, das eigene Verhalten aufzuarbeiten, und kann die Vorbereitung auf die MPU gezielt unterstützen.

Vorlaborwerte

Alkohol

Laborwerte wie CDT, γ-GT und MCV, die viele Begutachtungsstellen bereits vor dem eigentlichen Termin verlangen. Fallen sie zu ungünstig aus, kann der Termin abgesagt werden.

W

Widmark-Formel

Alkohol

Eine Faustformel zur Abschätzung der Blutalkoholkonzentration: getrunkene Alkoholmenge geteilt durch das mit einem Faktor gewichtete Körpergewicht (Männer etwa 0,7, Frauen etwa 0,6). Sie hilft, den eigenen Promillewert rückblickend nachzuvollziehen.

Z

Zukunftskonzept

Der abschließende Teil der Aufarbeitung: ein realistischer Blick darauf, wie das Leben nach dem Delikt aussieht, was sich konkret geändert hat und wie Rückfälle künftig verhindert werden. Es zeigt, dass die Veränderung von Dauer ist.

§

§ 316 StGB – Trunkenheit im Verkehr

Alkohol

Eine Straftat: das Führen eines Fahrzeugs trotz alkohol- oder drogenbedingter Fahruntüchtigkeit. Der Strafrahmen reicht bis zu einem Jahr, und in der Regel folgt eine Alkohol-MPU.

§ 69 StGB – Entziehung der Fahrerlaubnis

Eine strafrechtliche Maßnahme: Das Gericht entzieht bei einer Verurteilung wegen einer Verkehrsstraftat die Fahrerlaubnis, wenn es die Person als ungeeignet ansieht. Für die Neuerteilung wird danach meist eine MPU verlangt.

Γ

γ-GT (Gamma-Glutamyltransferase)

Alkohol

Ein Leberenzym, das bei regelmäßigem Alkoholkonsum ansteigt. Als unauffällig gelten Werte unter 55 U/l bei Männern und unter 38 U/l bei Frauen; nach vier bis acht Wochen Abstinenz normalisiert es sich meist wieder.

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